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Samuel Morse – Die Morsetelegrafie
Die heutigen Morsezeichen.
Die bis heute verwendete Form erhielt das Morsealphabet
durch W. Gerke im Jahre 1849 - bei der Einführung der ersten Telegraphenlinie
zwischen Hamburg und Cuxhaven.
Warum heute noch
Morsen?
Wenn wir einmal von
den rechtlichen Bestimmungen zum Betreiben einer KW-Amateurfunk-Station
absehen, und uns der Signalausbreitung ein wenig widmen, so steht eindeutig das
Morsesignal bei der Signalausbreitung im Vordergrund. Dort, wo kein
Sprachsignal mehr klar erkennbar ist hört man immer noch deutlich das
Morsesignal.
Hier können Sie die
gebräuchlichen CW-Zeichen nachlesen. Zum besseren Erlernen der CW-Zeichen
können Sie die Lautwahl
"di" für die
akustische Darstellung des Punktes
und "da" für die akustische Darstellung des Striches
gebrauchen. Erfahrungsgemäß fällt es dem Lernenden bei Gebrauch dieser Laute
leichter, die CW-Zeichen zu erlernen.



Buchstabe
CW-Zeichen wir sprechen
A ·- di
da
B -··· da di di di
C -·-· da di da di
D -·· da di di
E · di
F ··-· di di da di
G --· da da di
H ···· di di di di
I ·· di
di
J ·--- di
da da da
K -·- da di da
L ·-·· di da di di
M -- da
da
N -· da
di
O --- da da da
P ·--· di da da di
Q --·- da da di da
R ·-· di da di
S ··· di di di
T - da
U ··- di di da
V ···- di di di da
W ·-- di da da
X -··- da di di da
Y -·-- da di da da
Z --·· da da di di
0 ----- da da da da da
1 ·---- di da da da da
2 ··--- di di da da da
3 ···-- di di di da da
4 ····- di di di di da
5 ····· di di di di di
6 -···· da di di di di
7 --··· da da di di di
8 ---·· da da da di di
9 ----· da da da da di
Trennung
= -···- da
di di di da
Komma , --··-- da da di di da da
Bruchstrich
/ -··-· da di di da di
Fragezeichen
? ··--·· di
di da da di di
Punkt . ·-·-·- di da di da di da
Spruchanfang
>KA< -·-·- da di da di da
Spruchende
>AR< ·-·-· di
da di da di
Verkehrsende
>SK< ···-·- di
di di da di da
Biographie von Samuel Morse
Samuel
Morse hatte mit Technik wenig zu tun. Der Sohn eines Geistlichen verdiente sein
Geld als Kunstmaler. Erst im Oktober 1832 packte ihn das Telegrafenfieber. Der
42jährige hatte an Bord eines Schiffes den Naturforscher Charles Jackson aus
Boston kennengelernt, der ihm von Amperes Experimenten mit Elektromagneten
erzählte. Samuel Morse war fasziniert. Wenn elektrischer Strom in einer
Magnetspule über die gesamte Länge eines Drahtes fliesst, müsste man doch
mittels der Elektrizität auch sinnvolle Zeichen über jede beliebige Entfernung
leiten können.
Samuel
Morse bastelte 1832 aus Drahtresten, Blechabfällen und seiner Wanduhr den
ersten Morseapparat, den man heute noch im Deutschen Museum in München
besichtigen kann. Fünf Jahre lang experimentierte Morse. Erst als ihn
Hüttenwerksbesitzer Alfred Vail unterstütze, konnte Samuel Morse seine
Erfindung vollenden und 1840 patentieren lassen. Drei Jahre später bewilligte
der Kongress Gelder für den Bau der 60 Kilometer langen Telegrafenlinie, die
vor 156 Jahren eröffnet wurde. Die Geschwindigkeit des Klickens war und ist
enorm. Telegraphisten hörten damals 125 Buchstaben je Minute, automatisiert
werden heute 350 Zeichen übertragen. "Man darf sich nicht vorstellen, dass
man einfach nach Punkten und Strichen lernt, es sind Klangbilder, die man sich
einprägen muss, damit man besonders hohe Geschwindigkeiten beherrscht."
Zu Morses Zeiten wurden noch blanke Leitungsdrähte mittels Isolatoren an Holzstangen befestigt. Solche Telegraphenmasten haben das Bild der Landschaft nachhaltig verändert - und nicht nur die Landschaften: So ist das Symbol für Elektrizität in die chinesische Zeichensprache eingegangen. "Das Faszinierende an der Morsetelegrafie ist, dass es ermöglicht, auch ohne Fremdsprachenkenntnisse weltweit zu kommunizieren, unter den ungünstigsten Funkbedingungen hier sind Morsezeichen häufig die einzige Möglichkeit, ein Gespräch überhaupt zu beginnen oder sinnvoll zu beenden."
Samuel
Morse gründete seine eigene Telegrafie-Gesellschaft - und wurde reich. Es hat
ihn wenig gekümmert, dass das nach ihm benannte Morse-Alphabet eigentlich von
dem preussischen Telegrafen-Inspektor Friedrich Clemens Gerke weiterentwickelt
worden war. 20 Jahre nach dem ersten Telegramm setze sich die Morsetelegrafie
auch in Europa durch. Ihre ganz grosse Zeit begann erst, als 1901 drahtlos der
Nordatlantik mit einem Funksender durch Marconi überbrückt wurde.
Heutzutage verschwindet die Morsetelegrafie aus der professionellen Nachrichtenübermittlung mehr und mehr und sicher bald auch aus dem Amateurfunk.